24. Juni 2012 (3. Sonntag nach Trinitatis)
25 Jahre UN-Konvention gegen Folter
So wie jeder Teil dieser Erde
ist dir auch jeder Mensch heilig, was auch immer er oder sie tut.
Wir danken dir für 25 Jahre der UN-Konvention gegen Folter
die dieses grausame Instrument der Mächtigen eindämmen soll.
Für alles, was sich dadurch ändern konnte,
für alle Richter, die sie sich zueigen gemacht haben.
Wir bitten um deine Hilfe für die,
die noch immer in Gefängnissen oder Lagern
gequält und misshandelt werden,
zu Unrecht, wo immer es geschieht.
Wir bitten für alle Helfenden,
die die Opfer aufnehmen und sie begleiten,
ihre seelischen Qualen lindern
oder ihnen Recht verschaffen wollen.
Stärke alle, die sich für die Abschaffung von Folter einsetzen,
in jedem Land dieser Erde, damit die Unversehrtheit des Menschen
an Leib und Seele sich von selbst versteht
auch in unserem Land.
Lass uns auch in den eigenen Versuchungen nicht allein,
wenn sich Hass und Vergeltungsdenken
bei uns selbst einstellen, wo wir Unrecht erleben müssen,
damit wir dem Weg Jesu folgen, der uns ermutigt, nicht zu zählen,
wenn es gilt zu vergeben, sondern in der Vergebung
die Kraft der Wahrheit finden.
Zum Tag des Flüchtlings (20. Juni),
[Tag der Geburt Johannes des Täufers ( 24. Juni)]
Lasst uns bitten für die vielen, die zu Tode kamen und kommen,
weil sie versucht haben, einem ungewissen Schicksal oder dem Tod
in ihrem eigenen Land zu entkommen.
Für dich sind sie alle deine Kinder,
Frauen, Alte, Männer und die Jungen,
unterwegs auf den Booten im Mittelmeer,
ausgenutzt von Schleppern
und getrieben von allen Marineeinheiten auf See.
Wir danken dir für jede Verbesserung
in den Lagern, in die sie gepfercht werden,
in Griechenland, auf Sizilien, Lampedusa oder Malta,
für jeden Schritt hin zum Recht, das ihnen zwar zusteht,
aber so oft verwehrt wird, weil sie sich nicht wehren können.
Wir bitten dich für die vielen Verzweifelten,
die sich so viel erhofften und jetzt nur noch zurück wollen.
Lass uns die Stimme des Johannes in der Wüste aufs Neue hören,
der uns zur Umkehr ruft, hin zu deiner großzügigen Liebe,
dass sie sich bewährt in unserem Umgang mit denen,
die immer noch Fremde genannt werden.
Lass uns das Reich Gottes wie er erwarten,
lass uns ablegen, was uns träge macht,
damit wir mehr erwarten von deinem Geist,
dass er uns wieder lebendig macht,
und allen Kleingeist in uns austreibt
und wir zum Großmut finden,
den deine Liebe anzettelt.


