Archiv der Fürbitten

Gedanken zum Zeitgeschehen 29.05.2020

Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen. Psalm 35,28  

Die Jünger kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott. Lukas 24, 52.53

Kurz vor Pfingsten nochmal einen kleinen Griff in die Aufregerkiste. Verschwörungstheorien blühen oder haben Renaissance. Ich weiß immer noch nicht, wie ich damit umzugehen habe. Es ist einerseits bitterernst, was sich da bei den einschlägigen Demos rumtreibt, sogar zum wahnsinnig werden! Andererseits könnte ich den ganzen Tag schmunzeln, lachen, die Leute für verrückt erklären. Vorerst und in aller Vorläufigkeit habe ich mich für letzteres entschieden.

5G Netz? Nicht nur die schädlichen Strahlen (die keinesfalls belegt sind), nein, das Virus verbreitet sich über dieses Teufelszeug! Der Aluhut soll vor der Steuerung durch unkontrollierte Eliten schützen – also ist der Hut nichts als angstgetriebener Unfug. Er soll sogar vor den absichtlich versprühten Chemikalien schützen, die in den Kondensstreifen hinter Flugzeugen zu sehen sind. Ich seh bloß im Augenblick so gut wie keine, weil kaum ein Flugzeug fliegt. Und dann ist da noch die Neue Weltordnung, von finsteren Geheimbünden gestrickt, die Impfzwänge und das Biogeschwafel oder die Globuli, alles, was angeblich von so vielen Krankheiten heilt. Natürlich Bill Gates nicht zu vergessen. Ich weiß, warum ich mir das bis jetzt nicht angetan habe, den Schwachsinn zu verfolgen.

Fakten? Wissenschaft? Aufklärung? Die Medien sind gleichgeschaltet!

Und doch ist die Kraft magischen Denkens nicht aus der Welt zu verbannen. Wie viele Hotels gibt es, in denen Zimmer mit der Nummer 13 auf keinem Flur zu finden sind, in Flugzeugen kommt hinter Reihe 12 die 14. Kaum eine Zeitungsausgabe, die nicht irgendwann mal über irgendeinen Freitag den 13. faselt.

Als Kinder hatten wir eine unglaubliche Vorstellungskraft, nicht nur aus dem Erlebten heraus, sondern einfach aus unserer Phantasie. Wir gingen nicht in den Keller, aus Angst, wir spielten gegen Geister und Dämonen, aus denen wir natürlich immer als die Stärksten hervorgingen. Märchen(filme) sind angesagt wie eh und je. Wer kann sich ihrer Kraft entziehen? Die schönsten Utopien entspringen jener Welt der Magie, die dem Leben immer noch mehr als das gerade Mögliche zutraut. Sie entfalten eine immense Kraft, sobald sie sich der Realität stellen, klaren Verstandes und mit vernünftigen Entscheidungen Dinge angehen, die geändert werden müssen, um der Menschen willen.

Erst wenn uns diese Art der Magie abhandenkommt, haben wir ein Problem. Ich nenne sie mal die Magie von Vernunft und Gefühl. Mir erscheint in dieser ganzen Gemengelage die Botschaft der Bibel als etwas ausgesprochen Vernünftiges. Auch 2000 Jahre Christentum und seine Geschichte voller Verschwörungsmythen, Kriege und ebenso wahnhaftem wie furchtbarem Machtmissbrauch haben diese Klarheit nicht verdrängen können.

Pfingsten gilt als mythisches Ereignis, der „Ausgießung des Geistes“ über viele Menschen. Es ist bei Lichte besehen aber der Beginn einer wunderbaren Freundschaft – zwischen dem Ewigen und geheimnisvollen Gott und seinen sterblichen und neugierigen Menschen. Welche Magie liegt in dieser Beziehung. Nicht umsonst heißt es woanders: Gott ist Liebe. Sonst nichts.

Das reicht für alle und für alles. So einfach ist das mit der biblischen Perspektive. Aber damit sind wir mittendrin. Im Leben. Und das ist alles andere als einfach. Mit dem Geist aus Vernunft und Gefühl aber doch auch immer wieder einfach nur – schön.

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